Streichinstrumente

Rebec, Fidel, Violine

Die beiden Haupttypen mittelalterlicher Streichinstrumente, Rebec und Fidel, leiten sich direkt von arabischen Formen ab und gelten als Vorläufer der Violine. Ein birnenförmiger, aus einem Hackklotz herausgearbeiteter Korpus der Rebec verstärkt den zarten Klang der Darmsaiten. Die Fidel zeichnet sich dagegen durch einen flachen Boden und silbrig-scharf klingende Metallsaiten aus; Fideln mit Darmsaiten waren allerdings auch bekannt. Sie wird wie die Rebec nur ander Brust oder Schulter angelehnt bzw. zwischen den Beinen "da gamba" gestrichen. Die konvex nach außen gewölbten Bögen sind leicht, kurz und mit relativ wenig Pferdehaaren bespannt. Das vibratofreie Spiel war wohl die Regel.

Viola da braccio

Diese fünfsaitigen Instrumente werden auf dem Arm "da braccio" gespielt. Baumerkmale sowie obertonreicher voller Klang dokumentieren die Gambenverwandtschaft. Dieser Bautyp findet man auch im Vorläufer der barocken Viola d'amore: der deutschen, mit fünf Stahlsaiten bestückten Viola d'amore.

Gotische Drehleier

Die Drehleier, auch "Bawren" oder "umblauffende Weyberleyer", ist seit dem Mittelalter bekannt. Die mit einer Holztastatur gegriffenen Melodiensaiten werden von einem kolophonierten Holzrad angetrieben; zwei Bordun- und eine Schnarrsaite klingen mit. Zusammen mit der Sackpfeife galt sie als Instrument des Teufels und wurde vorwiegend von Bettlern und Vaganten gespielt. Diese gotische Drehleier ist eine exakte Rekonstruktion nach dem Gemälde "Die Hölle" von Hiernymus Bosch um 1500.

Harfe

Bogenharfen waren in Sumer und Ägypten schon vor etwa 5000 Jahren bekannt. Die von uns verwendete Rahmenharfe wurde erst im Mittelalter entwickelt. Dieser Harfentyp steht bis heute in keltisch-irischer Tradition und hat sich im Verlauf von 1000 Jahren wenig geändert.

Langhalslaute

Diese orientalische "Saz" wird über Darmbünde gegriffen. Unser Instrument besticht durch seinen schönen birnenförmigen Resonanzkörper aus Orangenbaumholz mit seitlicher Elfenbeinrosette und einem ausgewogenen Klangbild.

Knickhalslaute

In Europa trat die Laute erstmals im 10. Jahrhundert in Erscheinung. Der Wirbelkasten des siebenchörigen Instruments ist rechtwinklig abgeknickt, die flache Fihtenholzdecke wird von einer geschnitzten Rosette verziert. Die Laute zählte viele Jahrhunderte hindurch zu den beliebtesten Solo- und Ensembleinstrumenten. Gute "Lautenschläger" wurden am englischen Hofe am besten bezahlt.