Blasinstrumente

Gemshorn

Die gedackten, nicht überblasbaren Tierhornflöten wurden aus den Hörnern von Auerochsen gefertigt. Vorbilder sind prähistorisch überliefert. Sie klingen sehr weich und warm.

Schnabelflöte

Als Vorläufer der vor 100 Jahren wiederentdeckten und inzwischen so beliebten Blockflöten spielen wir die grundtönig klingende "Latinis Fistula" mit zylindrischer Bohrung. Das kleinste und höchste Gargarkleinflötlein in f''' wird auch als "Ruszpfeif" beschrieben. Die übrigen flauti dolci sind Kopien nach Canassi und Praetorius.

Krummhorn

Das Krummhorn ist ein Doppelrohblattinstrument mit enger zylindrischer Bohrung und Windkapsel; der Tonumfang beschränkt sich auf die Grundtonreihe (mit Klappenerweiterung elf Töne). Der Starre schnarrende Klang erinnert an das Orgel -"Regal"-Register. IN den alten Inventarbüchern der Hof- und Stadtkapellen werden die Krummhörner auch als "Türkische Fedschalmeyen" aufgelistet.

Cornamuse

Da Originalinstrumente nicht erhalten sind, stützen sich die Nachbauten auf Beschreibungen über das "Gerade Krummhorn"

Schreierpfeife

Der Bautyp dieser Schryari ist angelehnt an denjenigen der Cornamuse. Unterschiede finden sich im stärkeren Klang, in der Klappenkonstruktion und im Aussehen.

Rauschpfeife

Erzeugt die zylindrische Bohrung der oben beschriebenen Windkapselinstrumente einen tiefen, beruhigenden Ton, so erschüttert die konisch gebohrte, schwer zu intonierende Rauschpfeife oder "Windkapselschalmei" Spieler und Hörer gleichermaßen durch eine umwerfend-derbe Klangfarbe. Rauschpfeifen wurden daher bevorzugt für Krieg und Repräsentation.

Schalmei

Typisches Doppelrohrblattinstrument des Orients, das in Europa rasch zum ausdrucksstarken Liebling des Spielmanns avancierte. Das Rohblatt wird wie bei der Oboe direkt mit den Lippen angespielt. Zur Entspannung konnte eine Lippenstütze aufgesetzt werden – alte Grafiken zeigen Musiker mit aufgeblähten Backen.

Pommer

Als Weiterentwicklung der Schalmei besitzt der Pommer eine bis mehrere untere Klappen mit Schutzkapsel (Fontanelle); er führt direkt zur "Hauptbois", zur Oboe. Ursprünglich bedeutete "Bombarde" oder "Pumhart" ein lautes, tiefes Instrument. Der kräftige Klang favorisierte Schalmei und Pommer besonders für die "Musica alta" im Freien.

Dulcian

Der Dulcian wird mit einem direkt angeblasenen Doppelrohrblatt gespielt und hat eine konische Bohrung. Er zeichnet sich besonders durch seine geknickte, parallel verlaufende Bohrung aus. Aus ihm entwickelte sich später das Barockfagott.

Sackpfeife

In die sackförmige Tierhaut-Windkammer dieser Rohblattinstrumente sind neben der eigentlichen Spielpfeife eine oder mehrere ungegriffene Bordunpfeifen eingebunden. Die vin uns gespielten Sackpfeifen sind zylindrisch (leiser Klang) – typisch für osteuropäische und orientalische Instrumente. Der Dudey (heller Klang) und der große Bock mit Tierhörnern als Schallbrecher (tiefer Ton, ein Bordun) sind Rekonstruktionen nach Praetorius.

Zink

Die aus Holz und Leder gefertigten Grifflochhörner werden mit Kesselmundstücken aus Holz, Elfenbein oder Horn angeblasen. Der Tenorzink war schon im Mittelalter sehr beliebt. Der im 16. Jahrhundert entwickelte Basszink vervollständigte die Zinkenfamilie. Den letzten Orchestersatz erlebte dieses urtümliche Instrument bei Richard Wagner.