Das Instrumentarium

Vorsicht - die "Dinos" kommen. Gefährlich aussehende Instrumente – anakondagleich wie der Serpent, mit Tierhäuten sich aufblähend wie Sackpfeifen – könnten den Musikliebhaber eines klassischen Sinfonieorchesters durch Anblick und ungewöhnliche Laute erschrecken. Versöhnlich klingen allenfalls die zarten Gemshörner, die flauti dolci, sie silbrigen Fideln und das Hackbrett. Für das "verwöhnte" oder "genormte" Ohr eröffnen sich neue Klangperspektiven, für den Musiker besondere Tücken bei der Handhabung und Intonation dieser "lebenden Fossilien".

Die Tonskala ist noch nicht durch Böhm'sche Methode und allerlei Klappwerk gezähmt, die Dressur bestimmter Halbtöne erscheint aussichtslos ("Heilige Kümmernis, Schutzheilige der Spielleute, bitte für uns"), zumal die Naturrohrblätter ein fortwährendes Korrigieren der Grifflochgrößen bedingen, ein ewiges Hantieren mit Bienenwachs und Bohrer. So wird der "Widerspenstigen Zähmung" leicht zum Nervenkrieg für alle Beteiligten.

Uns bleibt die Aufgabe, den Wurzeln unserer Musikkultur bis in den Orient, der Heimat unserer wichtigsten Instrumentengattungen, nachzuspüren und etwas von der faszinierenden Urtümlichkeit "veralteter" Musik hörbar zu machen.

Für eine Nachstellung fahrender Spielleute aus dem Mittelalter dürfen natürlich auch die Gaukler, die Possenreisen, Feuerspeier und Jongleure, die Sprachkünstler und Schalknarren nicht fehlen mit ihren bunten Bällen, den Keulen, den Fackeln und Messern, dem teuflischen Diabolo und dem Devilstick - sie alle und noch viel mehr komplettieren das Bild der Fahrensleute.

Diese Vielfalt an Instrumenten - von den Bläsern und Streichern über das Schlagwerk bis hin zu denen, die geworfen werden - soll dem Interessierten unter Ihnen nun in einem kleinen Überblick näher gebracht werden.